Über uns

DGEpi - Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

Fachvertretung

… ist die Fachvertretung der Epidemiologinnen und Epidemiologen in Deutschland

Fachgesellschaft

… fördert als wissenschaftliche Fachgesellschaft die Epidemiologie in Forschung, Lehre und Praxis

Wissenschaftlichkeit

… verpflichtet sich und ihre Mitglieder, für Qualität, Freiheit und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft einzutreten.

„Everything is related to everything else, but near things are more related than distant things.“

~ Toblers first law of Geography, Tobler 1970

Was ist Health Geography?

Health Geography (Gesundheitsgeographie) ist ein im Bereich der Gesundheitswissenschaften noch relativ junger Forschungsansatz. Seit einiger Zeit wird jedoch eine immer stärkere Verbindung zwischen geographischen Forschungsansätzen einerseits und Public Health relevanten Fragestellungen andererseits diskutiert. Wurden in den Gesundheitswissenschaften in der Vergangenheit räumliche Aspekte weitgehend vernachlässigt, so findet hier seit einigen Jahren ein Umdenken statt: regionale gesundheitliche Ungleichheiten sind mittlerweile international ein wichtiger Bestandteil des Forschungsinteresses geworden.

Im Mittelpunkt der Diskussion über regionale soziale Unterschiede und deren Einfluss auf gesundheitliche Ungleichheit stehen Stichworte wie ‚regionale Deprivation’, ‚Environmental Justice’ bzw. ‚Umweltgerechtigkeit’. In der Epidemiologie nehmen Untersuchungen mit geographischen Methoden – wie Geoinformationssysteme (GIS) oder räumliche Statistik – mittlerweile einen wichtigen Stellenwert ein (‚spatial epidemiology’, disease mapping’). In Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie (‚spatial health economics’) spielen geographische Aspekte ebenfalls eine immer größere Rolle. So sind für die Krankenhaus- und Versorgungsplanung geographische Methoden unerlässlich, z. B. bei der Erreichbarkeitsplanung von Akuteinheiten. Aus gesundheitsökonomischer Sicht stehen z. B. die grenzüberschreitende Inanspruchnahme von Leistungen, die Standortplanung oder die regionalen Kostenunterschiede im Fokus gesundheitsgeographischer Forschung. Die räumliche Perspektive kann hierbei von einer globalen Sicht (Makroebene) bis hin zur Betrachtung kleinräumiger Einteilungen (Mikroebene, z.B. Stadtteile oder Baublöcke) reichen.

Die AG Health Geography

Um die Entwicklung dieser Diskussion zu fördern und um der Gesundheitsgeographie ein Forum in einer Fachgesellschaft zu bieten, wurde im Jahr 2010 von Werner Maier und Daniela Koller die ‚AG Health Geography’ in der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) gegründet. Im Rahmen dessen fand im Juni 2010 ein interdisziplinärer Workshop zum Thema ‚Health Geography – Geographische Methoden in Epidemiologie und Versorgungsforschung’ am Helmholtz Zentrum München statt. In der Diskussion stand damals vor allem die Ableitung interdisziplinärer Forschungsansätze. Mittlerweile ist die AG Health Geography als AG 15 fester Bestandteil in der DGEpi. In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe an Workshops durchgeführt, auch in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen, und Initiativen ins Leben gerufen oder unterstützt. Im September 2019 wurde Jobst Augustin als Nachfolger von Werner Maier gewählt und ist damit neben Daniela Koller Sprecher der ,AG Health Geography’.

Wir wünschen uns auch weiterhin eine immer größer werdende interdisziplinäre Gemeinschaft, die in dieser Richtung forschen wird.

Dr. P.H. Daniela Koller,
Dipl.-Geographin

Jahrgang 1982, Diplom-Geographin, Dr. Public Health. Seit 2017 am Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie an der LMU München. Zuvor am Fachbereich Health Services Management (LMU) und als Harkness Fellowship/Bosch-Stiftungs-Fellow am Dartmouth Institute for Health Policy and Clinical Practice (USA). Promotion zu Dr. P.H. am Zentrum für Sozialpolitik (Universität Bremen).

PD Dr. rer. nat. Jobst Augustin,
Dipl.-Geograph

Jahrgang 1974, Diplom-Geograph, seit 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Competenzzentrum Versorgungsforschung (CVderm) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), zuvor wissenschaftliche Tätigkeiten und Promotion (Dr. rer. nat.) an der Georg-August-Universität Göttingen, am Umweltbundesamt (FB Umweltmedizin) Berlin und am Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Berlin (ZI). Habilitation (Gesundheitsgeographie) und Venia Legendi (Geographie) an der Universität Hamburg. Lehrbeauftragter für Gesundheitsgeographie an der Universität Hamburg.